Meine Lehrer

Als Musiker trifft man eine Menge anderer Musiker, und von den meisten wird man durch die Zusammenarbeit auch lernen. So habe ich unzählige Lehrer, denen ich sehr viel verdanke. Es gibt allerdings auch Lehrer, die eine ganz besondere Position fast Vaterstelle einnehmen. Meine drei besonderen Idole möchte ich hier vorstellen und ihnen auf diese Weise danken.
   
Pandit Nikhil Ghosh (Bombay)


... lernte ich bei meiner ersten Indienreise kennen. Er stammt aus einer berühmten Musikerfamilie (sein Bruder beispielsweise erhob die Bambusflöte von einem Volksmusikinstrument in den Rang der klassischen Musik), und seine Interessen gingen weit über das bloße Musizieren hinaus. So gehörten das Verfassen eines ausführlichen Werkes über indische Musik und der Aufbau eines Konservatoriums (Sangit Mahabharati) in Bombay zu seinen Lebenszielen.
Das Konservatorium, das er tatsächlich verwirklichen konnte, wird heute nach seinem Tod von seinen Söhnen weitergeleitet.


   
Mahmoud Hamouda (Cairo)


... wie N. Ghosh auch leider viel zu früh verstorben, zählt zu den "Großen Alten" der ägyptischen Musik.
Man wird keinen arabischen Musiker und kaum überhaupt einen Araber finden, der nicht seinen Namen kennt.
Mahmoud Hamouda hat mit den Größen arabischer Musik gespielt (zum Beispiel Warda), und unzählige Perkussionisten unter anderen auch Hossam Ramzy sind als Schüler durch seine Hände gegangen.


   
Juan Mazorra (Havanna)


... ist derjenige von dem Trio, der in Europa am wenigsten bekannt ist. Das liegt aber weniger an seinen künstlerischen Fähigkeiten als an der kubanischen Politik.
Juan ist ein lebensfroher, vielseitiger Künstler, der in kubanischer Tanzmusik (Salsa) ebenso zu Hause ist wie bei religiösen Zeremonien (Santeria) oder afrokubanischer Folklore.